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                                            WISSENSWERTES

Haftpflichtschaden

Rechte und Pflichten

Wenn ein Unfallbeteiligter bei einem Verkehrsunfall nicht der Verursacher, sondern der “Geschädigte” ist, dann spricht man von einem sogenannten Haftpflichtschaden.

 

Dies bedeutet, dass der Verursacher des Unfalles den gesamten Schaden des Geschädigten, der durch dieses Ereignis entstanden ist, ersetzen muss (§ 249 BGB).

 

Folgende Rechte sind entweder durch gesetzliche Regelungen oder durch gefestigte Rechtsprechung für den Geschädigten vorgesehen:

 

1. Freie Wahl eines Kfz-Sachverständigen

 

2. Freie Wahl eines Rechtsanwaltes

 

3. Freie Wahl der Reparaturwerkstätte

 

4. Wahlweise Erstattung der Reparaturkosten

 

-fiktive Abrechnung-

 

5. Freie Wahl bei der Beschaffung eines Mietwagens

 

 

1. Freie Wahl eines Kfz-Sachverständigen

 

Die Kosten für die Inanspruchnahme eines eigenen Sachverständigen sind Bestandteil des Gesamtschadens und müssen von der gegnerischen Versicherung übernommen werden.

 

Dies gilt auch für den Fall, dass die gegnerische Versicherung ihrerseits bereits einen eigenen oder externen Sachverständigen beauftragt hat, bzw. dass ein entsprechendes Gutachten, das durch die Versicherung in Auftrag gegeben wurde, schon vorliegt.

 

Die Aufgaben des freien Sachverständigen stellen sich wie folgt dar:

  

- Beweissicherung

 

- Korrekte Ermittlung des Fahrzeugschadens

 

- Festlegung des Reparaturweges

 

- Festlegung der Reparaturdauer

 

- Ermittlung der Wertminderung

 

- Ermittlung des Wiederbeschaffungswertes

 

- Ermittlung des Restwertes (Totalschaden)

 

- Nachbesichtigung bei Ausweitung der Reparatur

 

- Reparaturbestätigung nach erfolgter Reparatur

 

- Nachbesichtigung bei Reparaturmängeln -Mängelrüge-

 

- Sachverständiger Zeuge bei gerichtlichen

 

Auseinandersetzungen

 

 Die wesentlichen Vorteile eines “eigenen” Gutachtens sind wie folgt:

 

 1. Die Erstellung eines Gutachtens dient zur Beweissicherung und genauen Feststellung der Schadenshöhe.

 

2. Das Gutachten gibt dem Geschädigten ein Dokument zur Hand, mit dem er seine Ansprüche gegenüber der

Versicherung sowohl aussergerichtlich als auch im Klageverfahren geltend machen kann.

 

3. Durch ein eigenes Gutachten verfügt der Geschädigte über ein Dokument, mit dem er auch eine

Kontrollmöglichkeit gegenüber der Werkstatt hat.

Bei mangelhafter oder unzureichender Ausführung der Reparatur kann z.B. der Sachverständige zur

Überprüfung der Reparaturqualität herangezogen werden.

Gängige Praxis ist, dass die meisten Geschädigten die Beauftragung eines Sachverständigen dem

Reparaturbetrieb überlassen.

Bei eingeschränkten Vertrauen in die Reparaturwerkstatt sollte jedoch keine Zustimmung zu dem von der

Werkstatt vorgeschlagenen Sachverständigen erteilt werden und eine Beauftragung selbst erfolgen.

 

4. Ein Schadensgutachten spielt auch eine erhebliche Rolle bei eventuellen gerichtlichen oder

außergerichtlichen Auseinandersetzungen, z.B. wenn das gegenständliche Fahrzeug vor Regulierung bereits

instandgesetzt oder zwischenzeitlich veräußert wurde.

 

5. Ein wesentlicher Punkt für die Beauftragung eines Sachverständigen ist auch die Abrechnung des Schadens

gemäß Gutachten.

Hierbei handelt es sich um den Fall, dass der Geschädigte das Fahrzeug nicht, oder im Moment nicht instand

setzen lassen möchte.

Die übliche Bezeichnung hierfür ist die fiktive Abrechnung. Bei dieser Abrechnungsform hat der Geschädigte

das Recht auf Erstattung der Reparaturkosten gemäß Gutachten (seit 01.08.2002 -neues-

Schadensersatzrecht nur noch der Nettofahrzeugschaden ohne MwSt).

 

Aus den oben genannten Gründen wird dringend empfohlen, die Auswahl und Beauftragung des Sachverständigen grundsätzlich selbst zu veranlassen, auch wenn Versicherer und Reparaturbetriebe dies verständlicherweise nicht wünschen.

 

Das Recht zur Erteilung eines Gutachtenauftrages obliegt einzig und allein dem Geschädigten.

 

 

2. Freie Wahl eines Rechtsanwaltes

 

Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass ein Großteil der abgewickelten Unfallschäden ohne Einschaltung eines Juristen für den Geschädigten ein unbefriedigendes Ergebnis erbracht haben.

Davon betroffen sind nicht nur komplizierte oder schwerwiegende Fälle mit Personenschaden, sondern auch in der Regulierung sogenannter "Kleinschäden" verschärfen sich die Konflikte mit den Versicherern.

 

Dies zum einen durch das Schadensmanagement der Versicherer und zum anderen, dass es in den letzten Jahren zu einem erheblichen Aufkommen von neuen Gerichtsurteilen gekommen ist

 

Die wenigen Urteile, die zugunsten der Versicherer ausgefallen sind, werden natürlich in der Auseinandersetzung mit den Geschädigten als “Waffe” eingesetzt, obwohl es meist ein vielfaches gegenteiliger Entscheidungen für die Betroffenen gibt.

 

Nur wer kennt schon sämtliche Urteile?

 

Diese Urteile sind in der Regel nur fachbezogenen Juristen bekannt, die sich täglich mit der Materie beschäftigen.

 

Der juristische Dschungel ist für den Laien heutzutage nicht mehr nachvollziehbar.

 

Hinzu kommt, dass die Versicherer im Bereiche der Schadensregulierung inzwischen ein Heer von Juristen beschäftigen.

 

Ein Geschädigter ist in der Regel unerfahren mit der Geltendmachung seiner berechtigten Ansprüche und im Falle auftretender Differenzen natürlich chancenlos gegen die juristisch gut ausgestattete Gegenseite.

 

Wesentlich bei der Beauftragung eines fachbezogenen Rechtsanwaltes ist, dass dieser sämtliche Ansprüche eines Geschädigten kennt wie z.B.

 

 - Abschleppkosten

 

- Ersatzteilaufschläge

 

- Fahrzeugschaden

 

- Nutzungsausfall

 

- Schmerzensgeld

 

- Umbaukosten

 

- Unkostenpauschale

 

- Verbringungskosten

 

- Verdienstausfall

 

- Wertminderung

 

 Um “Waffengleichheit” herzustellen, ist es für den Geschädigten heute unerlässlich, einen Rechtsanwalt seines Vertrauens zu beauftragen.

 

 

3. Freie Wahl der Reparaturwerkstätte

 

Ein Geschädigter kann die Instandsetzung seines Fahrzeuges grundsätzlich in einer Werkstatt seiner Wahl durchführen lassen.

Die Versicherung ist nicht berechtigt, auf die Auswahl des Reparaturbetriebes Einfluß zu nehmen.

Die Kosten für die Instandsetzung des Fahrzeuges müssen von der Versicherung übernommen werden, sofern sie sich im Rahmen eines seriösen Sachverständigengutachtens bewegen.

Die Abrechnung der Kosten für die Instandsetzung kann auf 2 Wegen erfolgen.

 

 1. Der Geschädigte begleicht die Rechnung selbst und fordert die entstandenen Kosten bei der

eintrittspflichtigen Versicherung ein.

 

2. Der Geschädigte tritt die Rechte aus Forderung für die Reparaturkosten an den Reparaturbetrieb ab.

 

Die Werkstatt macht dann die entsprechenden Kosten direkt bei der Versicherung geltend.

 

 

4. Wahlweise Erstattung der Reparaturkosten

 

Für den Geschädigten ergibt sich außer der Reparatur im Fachbetrieb auch die Möglichkeit, den Schaden, den der Sachverständige in seinem Gutachten ermittelt hat, auszahlen zu lassen (Nettofahrzeugschaden ohne MwSt).

 

Dies bezeichnet man als “fiktive Abrechnung” oder Abrechnung gemäß Gutachten.

 

Abzüge von den ermittelten Kosten dürfen in der Regel nicht vorgenommen werden.

 

In den letzten Jahren versuchen Versicherer mit sogenannten Kürzungsprotokollen irgendwelcher externer Fremd- und/oder Tochterunternehmen die Kalkulationen freier und (versicherungs-) unabhängiger Schadensgutachter "anzugreifen", indem diverse Positionen in Abzug gebracht werden, die dem Geschädigten aufgrund bestehender Gesetzeslage und höchstrichterlicher Rechtsprechung zustehen.

 

Es handelt sich hierbei im wesentlichen um Verbringungskosten, Ersatzteilzuschläge und um Abzüge bei den Lohnkosten der vertragsgebundenen Fachwerkstätten, indem man die Lohnkosten billigerer Werkstätten entgegen hält.

 

Im wesentlichen handelt es sich bei diesen "Billigwerkstätten" um die Partnerwerkstätten der Versicherer.

 

Sollte die Versicherung Abzüge vornehmen, empfiehlt sich die Rücksprache mit dem Sachverständigen, der das entsprechende Gutachten angefertigt hatte.

 

Er entscheidet letztendlich, ob vorgenommene Abzüge seitens der Versicherung ggf. einer Rechtfertigung unterliegen, oder ob dieser Abzug willkürlich vorgenommen wurde.

 

 5. Freie Wahl bei der Beschaffung eines Mietwagens

 

Der Geschädigte hat grundsätzlich das Recht auf Inanspruchnahme eines Mietwagens für den Zeitraum, in dem sein Fahrzeug instandgesetzt wird (Reparaturschaden), bzw. für den Zeitraum zur Beschaffung eines Ersatzfahrzeuges (Totalschaden).

 

Der jeweilig erforderliche Zeitraum wird durch den Sachverständigen im Gutachten festgelegt.

 

Im Rahmen der Schadensminderungspflicht muss der Geschädigte nur darauf achten, dass die erforderlichen Kosten für den Mietwagen sich im “üblichen” Rahmen bewegen.

 

Hierzu ist es erforderlich den sogenannten "Normaltarif" bei der Anmietung zu verlangen, da der "Unfallersatztarif" über dem Normaltarif liegt und die Rechtsprechung den Unfallersatztarif nur in Ausnahmefällen zulässt.

 

Außerdem ist darauf zu achten, dass sich das Mietfahrzeug ggf. eine “Fahrzeugklasse” unter dem verunfallten Fahrzeug befindet.

 

Bei Unklarheiten hinsichtlich der Fahrzeugkategorie empfiehlt sich die Rücksprache mit dem Sachverständigen oder dem zuständigen Rechtsanwalt.

 

Die Abrechnung der Kosten für die Inanspruchnahme des Mietwagen kann analog den Reparaturkosten auf zwei Wegen erfolgen.

 

1. Der Geschädigte begleicht die Rechnung bei der Mietwagenfirma selbst und fordert die entstandenen Kosten

bei der eintrittspflichtigen Versicherung ein.

 

2. Der Geschädigte tritt die Rechte aus Forderung für Mietwagen an die Mietwagenfirma ab.

 

Die Mietwagenfirma macht dann die entsprechenden Kosten direkt bei der Versicherung geltend.

Kaskoschaden

Rechte und Pflichten

Bei den Kaskoschäden gibt es die Unterscheidung zwischen Teilkasko- und Vollkaskoschäden.

 

Die entsprechenden Ersatzleistungen sind von Versicherung zu Versicherung individuell geregelt.

 

Der Umfang der Entschädigungsleistung kann den Allgemeinen Bedingungen für die Kraftfahrtversicherung (AKB) entnommen werden.

 

Unter dem Abschnitt “Fahrzeugversicherung” sind genauere Details nachlesbar.

 

Im Gegensatz zum Haftpflichtschaden gibt es im Regelfall einige gravierende Unterschiede.

 

1.) Die Kostenübernahme für Inanspruchnahme eines eigenen Rechtsanwaltes sind lt. AKB meist ausgeschlossen.

 

Sie sind nur erstattungspflichtig, wenn sich im Rahmen von eventuellen Streitigkeiten ergeben sollte, dass die Inanspruchnahme des eigenen Rechtsanwaltes gerechtfertigt war.

 

2.) Die Kostenübernahme für Inanspruchnahme eines eigenen Sachverständigen sind lt. AKB bei den neuen Versicherungsverträgen in der Regel ausgeschlossen.

 

Sollte in den AKB die Inanspruchnahme eines eigenen Sachverständigen jedoch nicht ausdrücklich ausgeschlossen sein, gilt auch hier das Recht zur Auswahl eines eigenen Sachverständigen.

 

Dies betrifft jedoch nur noch die älteren Versicherungsverträge.

 

Für alle Fälle gilt, dass im sogenannten ”Sachverständigenverfahren” die Kosten für einen externen Sachverständigen übernommen werden, wenn das Verfahren zum Ergebnis kommt, dass das Gutachten des externen Sachverständigen zutreffend und das des versicherungsinternen Sachverständigen unzutreffend war.

 

Bei gerichtlichen Streitigkeiten im Kaskobereich sollte die Absicherung durch eine Rechtschutzversicherung natürlich nicht fehlen.

 

Die Beauftragung eines “eigenen” Sachverständigen kann im Falle eines Kaskoschaden trotzdem von Vorteil sein.

 

Die Begutachtung eines Kaskoschadens durch einen unabhängigen Sachverständigen führt infolge einer neutralen Begutachtung oft zu deutlich besseren Ergebnissen als durch den hauseigenen “Gutachter” der Versicherung.

 

Zum Teil werden hierbei die Kosten, die man für ein selbst in Auftrag gegebenes Gutachten aufwenden muss, weit abgedeckt durch den potentiellen Mehrertrag des unabhängigen Sachverständigengutachtens.

 

Eine neutrale Begutachtung kann von einem Versicherungsgutachter nicht erwartet werden, da dieser letztendlich nur den Vorgaben und Weisungen seines Arbeitgebers verpflichtet ist.

 

Bei unschlüssigen Schadenskalkulationen seitens der Versicherer sollte auf alle Fälle ein unabhängiger Sachverständiger zur Überprüfung eingeschaltet werden.

 

3.) Die Inanspruchnahme eines Mietwagens auf Kosten der Versicherung ist in der Regel laut den AKB ausgeschlossen.

 

4.) Wertminderung sowie Nutzungsausfall werden nicht erstattet.

 

5.) Diverse Versicherer können und werden gemäss AKB teilweise oder komplett in die Schadenregulierung eingreifen.

 

Die Versicherungswirtschaft hat für solche Kaskoverträge harmlose Namen "erfunden", um den wahren Inhalt und die Nachteile dieser Verträge zu "vernebeln".

 

Bei diesen Verträgen übernimmt die Versicherung im Rahmen eines Unfallschadens die komplette Steuerung des Schadens.

 

Hierzu gehört ggf. die Auswahl eines Sachverständigen sowie die Anweisung, in welcher Werkstatt der Schaden behoben werden muss.

 

Auf gut Deutsch - das "Heiligs Blechle" wird also irgendwo von irgend jemandem irgendwie repariert.

 

Es handelt sich hierbei um Vertragswerkstätten der Versicherer, die den Schaden nur im Sinne ihres Auftraggebers beheben.

 

Dies bedeutet - natürlich so billig wie möglich.

 

Vom Abschluss solcher Vollkasko-Verträge mit diesen Bedingungen kann nur dringend abgeraten werden.

 

Abschließend kann man sagen, dass die Versicherungswirtschaft durch die Ausgestaltung der Kaskoverträge alles getan hat, um auf der einen Seite sämtliche unabhängige, neutrale "Beobachter" bei der Abwicklung eines Unfallschadens "fernzuhalten" und auf der anderen Seite die Kosten für die Versicherung auf das niedrigst mögliche Level zu "drücken".

 

Die Frage, ob hierbei der Versicherungsnehmer gut abschneidet bzw. ob dessen Interessen überhaupt noch eine Rolle spielen, sollte jeder für sich selbst entscheiden.







 

Eine Reparaturbestätigung ist eine Überprüfung einer durchgeführten Reparatur eines Unfallfahrzeugs. Hauptsächlich findet eine Reparaturbestätigung Anwendung in der fiktiven Schadenabwicklung. Die Reparaturbestätigung dient dabei als Nachweis einer durchgeführten Reparatur gegenüber dem regulierenden Versicherer. Hintergrund ist häufig die ausstehende Regulierung des Nutzungsausfalls oder ausstehende Beträge, beispielsweise verursacht durch eine vorläufige Regulierung auf Basis eines wirtschaftlichen Totalschadens.

 

Weiter ist eine Reparaturbestätigung auch in Bezug auf Einträge im Hinweis- und Informationssystems (HIS) der Versicherungswirtschaft vorteilhaft. So ist ein fiktiv abgerechneter Schadenfall bereits ein Kriterium für einen Eintrag in der "Schufa der Versicherungen". Diese schwarze Liste kann unter Umständen Schwierigkeiten bei der Regulierung von Schadenfällen auslösen.

 

Für die Reparaturbestätigung empfiehlt es sich den Sachverständigen der Gutachtenerstellung aufzusuchen. Dieser ist detailliert mit dem Fall betraut und die Kenntnis des Fahrzeugs im verunfallten Zustand macht die Erstellung einer Reparaturbestätigung sehr einfach.

 

Die Erstellung einer Reparaturbestätigung ohne vorherigen Bezug zum Schaden ist jedoch ebenfalls möglich. Neben der Vorführung des reparierten Fahrzeugs ist hier allerdings der Nachweis detaillierter Unterlagen über den zuvor vorgelegenen Schaden erforderlich. Der Nachweis kann mittels Gutachten, Reparaturdokumentation, Schadenfotos etc. erbracht werden, die Vorlage einer Reparaturrechnung ist nicht erforderlich.

Reparaturbestätigung

Rechte und Pflichten

UNFALL - WAS TUN ?

Unfall - was tun wenn's gekracht hat?

 

Hier finden Sie Hilfe und Tipps zum Verhalten nach einem Verkehrsunfall. Gerade in der chaotischen Ausnahmesituation eines Unfalls ist es wichtig Ruhe zu bewahren und kontrolliert die richtigen Maßnahmen einzuleiten. Korrektes Verhalten am Unfallort dient nicht nur der Sicherheit, sondern auch der Sicherung Ihrer Ansprüche. Eine saubere Schadenabwicklung beginnt daher direkt am Unfallort.

 

- Unverzüglich anhalten


- Unfallstelle sichern

(Folgeunfälle vermeiden)


- Erste Hilfe leisten


- Rettungsdienste

(Feuerwehr, Krankenwagen)

  112 verständigen - falls erforderlich


- Polizei 110 verständigen

 falls erforderlich Beweissicherung durchführen

(Foto, Skizzen, Notizen)


- Daten mit Unfallbeteiligten austauschen


- Keine vorschnellen Angaben

und kein Schriftstück unterzeichnen,

Schuld anerkennen kann zum Verlust des Versicherungsschutzes führen

 

Unverzüglich anhalten

 

Egal ob Unfallverursacher, Unfallbeteiligter oder Zeuge, Sie sind verpflichtet unverzüglich anzuhalten und zu helfen (§ 34 StVO)

 

Gerade in der chaotischen Ausnahmesituation eines Unfalls ist es wichtig Ruhe zu bewahren. Handeln Sie richtig und bewahren Sie

einen klaren Kopf.

 

Unfallstelle sichern

(Folgeunfälle vermeiden)

 

Warnblinkanlage einschalten, um auf die Unfallsituation aufmerksam zu machen.

Warnweste anziehen, um von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen zu werden.

Werden Sie sich der Situation bewusst, in der Sie sich befinden und verschaffen Sie sich einen Überblick über die Schwere des Unfalls

(Schäden, Verletzte, etc.). Sind mehrere Helfer in der Nähe, teilen Sie die Aufgaben auf!

Warndreieck je nach Lage und Sichtverhältnissen mit ausreichendem Abstand von der Unfallstelle so aufstellen, dass andere

Verkehrsteilnehmer rechtzeitig reagieren können (Faustformel ist ein Mindestabstand entsprechend der Höchstgeschwindigkeit in

Metern, d.h. 50 Km/h entspechen 50 Meter).

Verlassen Sie die Fahrbahn und halten Sie sich nicht unnötig im Gefahrenbereich auf. Begeben Sie sich bei einem Autobahnunfall hinter die Leitplanke.

Bei Dunkelheit sollten die Unfallfahrzeuge ausreichend beleuchtet sein. Lassen Sie daher die Beleuchtung an, falls diese noch

funktioniert.

 

Erste Hilfe leisten

 

Erste Hilfe rettet Leben!

Stabile Seitenlage - falls erforderlich.

Wiederbelebung - falls erforderlich.

Rettung aus dem Fahrzeug – falls das Fahrzeug brennt oder ein Insasse wiederbelebt werden muss.

Wunden versorgen - Platzwunden, Schnittwunden.

Wenn der Kreislauf aufgrund des Schocks absackt - Füße hochlegen.

Wärme spenden - Unfallopfer kühlen schnell aus. Psychische Betreuung - geben Sie dem Unfallopfer das Gefühl nicht allein zu sein.

 

Rettungsdienste (Feuerwehr, Krankenwagen) 112 verständigen - falls erforderlich

 

Bei verletzten Personen.

Bei eingeklemmten Personen.

Bergung von Unfallfahrzeugen.

Bei ausgelaufenen Flüssigkeiten (Öl, Treibstoff etc.). Halten Sie sich an die W-Fragen: Was, Wann, Wo, Wer und Wie?

Warten Sie Rückfragen Ihres Gesprächspartners ab.

 

Polizei 110 verständigen, falls erforderlich

 

Bei Unfällen mit Personenschäden, d.h. Toten oder Verletzten.

Bei Unfällen mit höherem Sachschaden.

Bei Unfallflucht.

Bei Verdacht einer Straftat (Alkohol, Drogen etc.). Bei unklarer Sachlage (Schuldfrage).

Wenn Personen beteiligt sind, die im Ausland wohnen. Halten Sie sich an die W-Fragen Was - Wann - Wo - Wer und Wie.

Warten Sie Rückfragen Ihres Gesprächspartners ab. Eine polizeiliche Unfallaufnahme ist nicht immer erforderlich! Kleinere Blechschäden mit klarer Sachlage können Sie ohne weiteres

selbst regeln (Beweissicherung durchführen!).

 

Beweissicherung durchführen (Fotos, Skizzen, Notizen)

 

Verändern Sie Unfallspuren, Fahrzeuge etc. möglichst erst, wenn erforderliche Beweise gesichert sind (warten Sie bis die Polizei eintrifft oder führen Sie eine eigene Beweissicherung durch). Blockieren Sie jedoch nicht wegen einer Bagatelle den Verkehrsfluss

Fotografieren Sie die beschädigten Fahrzeuge (Gesamtaufnahmen und Detailfotos)

Fotografieren Sie die Unfallstelle aus verschiedenen Blickwinkeln (notfalls Kamera im Mobiltelefon verwenden)

Falls Sie keine Kamera zur Hand haben skizzieren Sie die Stellung der am Unfall beteiligten Fahrzeuge, den Straßenverlauf und die Beschilderung Dokumentieren Sie Unfallspuren auf der Fahrbahn

Kreidemarkierungen sind für eine Beweissicherung von Vorteil (Fahrzeugstellungen, Radstellungen, sonstige Spuren). Machen Sie sich zu folgenden Punkten Notizen:

Fahrbahnbeschaffenheit (eben, wellig, ansteigend, abfallend, nass, trocken, vereist, Fahrbahnschäden) Sicht- und Witterungsverhältnisse (Sonne, Wind, Regen, Dunst, Nebel, Schnee, Dämmerung, war die Beleuchtung der Fahrzeuge

eingeschaltet?) Verkehrsführung (übersichtliche oder unübersichtliche Straßenführung, Beschilderung, Signalgebung, Fahrbahnmarkierungen)

 

Unfallbericht und Zeugen

 

Sehen Sie sich nach Zeugen um, notieren Sie Namen, Adressen und Telefonnummern. Es schadet auch nichts die Kennzeichen der

Fahrzeuge in der direkten Unfallumgebung aufzunehmen (ggf. Fotos anfertigen). Zeugen können im Streitfall entscheidend sein!

Erstellen Sie mit den am Unfall Beteiligten Personen gemeinsam einen Unfallbericht der von allen Beteiligten unterschrieben wird. Ein

unterschriebener Unfallbericht ist keine Schuldanerkenntnis! Sollten Sie keinen Unfallbericht zur Hand haben, so erfassen Sie

mindestens folgende Daten ((Unfallzeit, Unfallort, Unfallhergang, Skizze, Fahrer, Halter, Fahrzeuge, amtliche Kennzeichen,

Versicherungsdaten, ggf. Polizeibeamte und Dienststelle)

 


Was Sie sonst noch beachten sollten

 

bleiben Sie ruhig und sachlich

lassen Sie sich vom Unfallgegner nicht einschüchtern Entfernen Sie sich nicht unerlaubt vom Unfallort Unterschreiben Sie auch bei klarer Sachlage kein Schuldeingeständnis, Sie gefährden damit Ihren Versicherungsschutz. Fertigen Sie

einen Unfallbericht, damit sind Sie stets auf der sicheren Seite.

Aussagen gegenüber Polizeibeamten - halten Sie sich direkt nach einem Unfallereignis mit Aussagen zurück - verweisen Sie darauf, dass

Sie Angaben zum Unfallhergang nachreichen. Aus Ihrem Schweigen können keine nachteiligen Schlüsse gezogen werden.

Prüfen Sie das von den Polizeibeamten gefertigte Unfallprotokoll und lassen Sie Unstimmigkeiten korrigieren.

Notieren Sie für Rückfragen den Namen des ermittelnden Beamten und dessen Dienststelle.

Vorsicht vor unseriösen Unfallhelfern und unbürokratischer schneller Hilfe der Versicherung, die vermeintliche Hilfsbereitschaft hat leider oft finanzielle Hintergründe.

Sie haben Zeit! Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und treffen Sie keine spontanen Vereinbarungen! Unüberlegte Entscheidungen

können schnell teuer werden. Informieren Sie sich in Ruhe über Ihre Rechte und Pflichten, holen Sie sich eine neutrale Einschätzung von

einer Partei ein, die keine Eigeninteressen verfolgt (Sachverständige, Rechtsanwälte)

Behalten Sie die Schadenabwicklung stets in Ihren Händen oder schalten Sie einen Rechtsanwalt mit der Vertretung Ihrer Interessen ein.

Bewahren Sie sämtliche Belege, die im Zusammenhang mit dem Unfallereignis stehen, auf. Sie können damit Ihre Ansprüche belegen.

 

Verhalten bei Bagatellschäden

 

Kleinere Blechschäden mit klarer Sachlage können Sie mit etwas Sachkenntnis ohne weiteres selbst regeln ohne hierfür die Polizei

einzuschalten. Damit Sie später nicht mit leeren Händen dastehen, ist eine ordentliche Beweissicherung wichtig. Füllen Sie gemeinsam

mit den Unfallbeteiligten einen Unfallbericht aus, den alle Unfallbeteiligten unterschreiben und notieren Sie sich Namen, Adressen und

Telefonnummern von Zeugen.

 

Sie haben ein parkendes Fahrzeug angefahren?

 

Auf jeden Fall erst mal an der Unfallstelle verweilen und sich zu erkennen geben - unerlaubtes Entfernen vom Unfallort ist eine Straftat.

Ob der Schaden eine Bagatelle ist oder nicht spielt hierbei keine Rolle. Ein Zettel mit Name und Telefonnummer ist ohne angemessene

Wartezeit nicht ausreichend. Eine angemessene Zeit richtet sich nach der Tageszeit, dem Unfallort und der Schwere des Unfalls.

Mindestens angemessen ist eine halbe Stunde. Besser Sie rufen die Polizei an und melden den Schaden.

Fotografieren und dokumentieren Sie den Schaden.

Unterschreiben Sie kein Schuldeingeständnis - auch dann nicht, wenn die Sache eindeutig ist. Sie gefährden damit Ihren Versicherungsschutz! Selbst zahlen oder die Versicherung einschalten? Prüfen Sie bei kleineren Schäden, ob es sich lohnt, Ihren Schadenfreiheitsrabatt zu erhalten und den Schaden aus eigener Tasche zu bezahlen.

 

Was ins Handschuhfach gehört

 

Einwegkamera mit Blitzlicht (Alternativ Kamera im Mobiltelefon verwenden).

Notizblock mit Stift

Unfallbericht

Kreide

 


Aufgaben der Polizei nach Verkehrsunfällen

 

Hilfeleistung

Unfallaufnahme

Feststellung der Identitäten der Unfallbeteiligten und Zeugen und Personalien Austausch

Absperrung der Fahrbahn, Regelung des Verkehrs

Verständigung des Verkehrswarnfunks

Verständigung von Angehörigen

Verfolgung von Verkehrsstraftaten und Verkehrsordnungswidrigkeiten

Unfalluntersuchung

Ermittlung des Unfallhergangs

Statistik (Unfallforschung)


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